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Möbelfabrik Klasen - Schornsteinsprengung in Klein Süstedt



Mit einer gekonnt ausgeführten Sprengung wurde am Mittwoch, den 09. Juli 2014 das letzte Relikt der ehemaligen Möbelfabrik Klasen in Klein Süstedt, nämlich der im Jahre 1936 errichtete Schornstein gesprengt. Der Schornstein mit seinen 36 Metern überragte in Klein Süstedt alle vorhandenen Gebäude und war bereits weit aus der Ferne zu sehen.

Von der Funktion diente der Schornstein der Eigenstromversorgung und der Wärmeproduktion, um die zur Verarbeitung vorgehaltenen Hölzer zu trocknen. Zur Stromerzeugung wurde eine Lokomobile eingesetzt. Beheizt wurde der Heizofen überwiegend mit Abfällen aus der eigenen Produktion.

Heute steht am Standort des ehemaligen Schornsteins eine Kartoffelhalle, die von dem Landwirt Carsten Bauck aus Klein Süstedt betrieben wird. Die Familie Bauck ist schon seit vielen Generationen in Klein Süstedt ansässig und bewirtschaftet ihre Flächen nach den Grundsätzen der Demeter-Richtlinie.

Bilder der Schornsteinsprengung von Friedrich Dräger, Klein Süstedt.

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Die Möbelfabrik, die viele Jahre der Gemeinde Klein Süstedt und den beschäftigten Arbeitskräften zu einem ansehnlichen Wohlstand verhalf, wurde am 01.12.1882 von Friedrich Klasen gegründet. Es begann alles zunächst mit einer Tischlerei und einer Malerwerkstatt.

Nach der Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg übernahm im Jahre 1918 Ernst Klasen die Möbelfabrik. Es wurden unter seiner Regie vorwiegend Möbelstücke gefertigt, die von den Eltern als Aussteuer bzw. Heiratsgut zur Erlangung oder Erhaltung einer selbstständigen Lebensführung den Kindern bei der Heirat mitgegeben wurden.

1925/26 wurde die Möbelfabrikation umgestellt und es wurden fortan in Serie altdeutsche Stilmöbel aus Eiche gefertigt. 1938 hatte das Betriebsgelände eine Größe von 70 x 30 Metern, also von 2.100 Quadratmetern.

Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden die Möbel überwiegend nach Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Thüringen und Ostpreußen verkauft. Nach dem Krieg war durch die Teilung Deutschlands eine Vermarktung in die im Osten gelegenen Gebiete nicht mehr möglich. Vor diesem Hintergrund wurde in der wirtschaftlich aufstrebenden Bundesrepublik Deutschland ein neuer Markt bis nach Bayern erschlossen.

In der Firma waren zeitweilig bis zu 120 Personen beschäftigt. Die Möbelfabrik hatte eine überdachte Fläche von ca. 800 qm. Über eine 1952 in Betrieb genommene Sägerei wurde das Holz zurechtgeschnitten und ab 1957 wurden Spanplatten im Werk selbst gefertigt.

Der Grundstoff, aus denen die Möbel gefertigt wurden, war Eichenholz. Dieses Holz wurde aus der Göhrde, der Pfalz, dem Spessart, dem Solling und aus dem Gebiet um Hildesheim eingekauft. Die Möbelstücke wurden mit aufwendigen Verzierungen versehen. Gefertigt wurden die Schnitzereien von 25 Bildhauern, die ausschließlich nur für die Möbelfabrik Klasen in der Bildhauerei Ludwig Straßenburg (derzeitiger Inh. Lutz Raible, Bildhauer) in Uelzen beschäftigt wurden.

Als Material verwendeten die Bildhauer vorwiegend afrikanisches Holz, wie Mahagoni und Abachi. Das afrikanische Mahagoniholz (botanischer Name - Khaya Spp.)1) ist ein Laubholz. Es wächst im tropischen Afrika südlich der Sahara vom Senegal bis Uganda, im Süden bis Tansania und Angola sowie in Madagaskar und auf den Komoren. Das Abachiholz (botanischer Name - Triplochito scleroxylon)1) wächst in Afrika vorwiegend in der Zentralafrikanischen Republik, Nigeria, der Elfenbeinküste und Ghana.

1957 wandelte Ernst Klasen die Möbelfabrik zu einer Kommanditgesellschaft um. Alleiniger Komplementär wurde sein Sohn Friedrich Klasen. Kommanditisten wurden der zweite Sohn und die Töchter von Ernst Klasen.

Anfang der 1980ziger Jahre änderte sich das Verbraucherverhalten. Die Nachfrage nach Möbelstücken aus Massivholz wurde von den Verbrauchern immer weniger nachgefragt. Im Jahre 1985 wurde die Möbelproduktion eingestellt.

Text: Hans-Jürgen Heuer aus Holdenstedt
Bildmaterial: Friedrich Dräger aus Klein Süstedt

Quellen
1) http://www.holzlexikon.modellskipper.de/Holzarten
   mündliche Überlieferung 03.01.2016, Friedrich Klasen
   Schüleraufzeichnung von Dietmar Marggraf und Holger Gansebohm, 1969 (Dorfchronik)











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